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Gated Community

Ein Campingplatz folgt seinen eigenen Gesetzen; das Ganze eine Art Gated Community, mit Zaun und Rezeption, mit Regeln und Kameras.

Im Mittelpunkt von allem: der Platzwart. Ohne ihn geht nichts, an ihm kommt keiner vorbei, er ist das Mädchen für alles, er wacht über alles, und besser, man stellt sich gut mit ihm. Es gibt Campingplätze, da fürchten sich die Bewohner vor dessen Launen, hier aber haben wir Glück.

Unser Platzwart ist ein äußerst umgänglicher Mann; mit 14 Jahren aus Mazedonien nach Deutschland gekommen, ist er seit inzwischen 20 Jahren im Geschäft.

Mentalität eines Lagerkommandanten

Meist ist er mit seinem Roller auf dem Platz unterwegs; Wasser anstellen, Wasser ausstellen, Technik überprüfen, Technik reparieren, mit Campern die Geschäfte klären. Die Bewohner mögen ihn, das Verhältnis gilt als gut, meist lächelt er, meist lächeln sie, das aber war nicht immer so.

Diejenigen, die hier seit beinahe 30 Jahren leben, wissen von einem seiner Vorgänger zu erzählen - und zwar wenig Gutes. Ein ungenießbarer Kauz sei das gewesen, heißt es, ein Mann mit der Mentalität eines Lagerkommandanten, jemand, der es liebte, seine Macht zu demonstrieren. Irgendwann war er dann weg, und das war gut so. 

Gas - das Gold des Campingplatzes 

Neben dem Platzwart besetzt der Gasliefermann eine wichtige Position. Jeder kennt seinen Namen, die meisten besitzen seine Handynummer, und bei Bedarf repariert er auch mal eine Heizung.

Gas ist das Gold des Campingplatzes; jeder Wohnwagen, jedes Mobil, jedes Haus, jeder Trailer, wird mit Gas beheizt; man kocht damit, manch einer betreibt seinen Kühlschrank damit, und der Tag, an dem man aus welchen Gründen auch immer bei der Lieferung vergessen wird, ist selten ein guter, vor allem im Winter. Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich, der Gasmann sei mit seinem Gas ein reicher Mann geworden und fürs nächste Leben, so nimmt man sich vor, tritt man in seine Spuren. 

Die Frauen von der Rezeption 

Die Damen von der Rezeption sind mitentscheidend für die Stimmung auf dem Platz. Bei ihnen kommt alles zusammen, bei ihnen bezahlt man seine Rechnungen, und wehe, man vergisst die Zahlung. Die Damen sehen viel, sie wissen alles, und es ist vermutlich kein Zufall, dass die Vormittagsfrau zugleich die Frau des Platzwartes ist, so schließt sich dann der Kreis. 

Vom Platz evakuiert

Urlaub vom Campen beim Campen. Campen in der Ardeche in Frankreich. Nicht mit dem Wohnwagen, mit dem Zelt nach der guten alten Art. Und damit die Zeit nicht langweilig wird, offeriert das Wetter ein eindrucksvolles Programm. Mit etwas Sonne und vor allem Regen, Regen in allen Varianten; Nieselregen, Starkregen, kalter Regen, warmer Regen, Regen am Morgen, Regen am Abend, Regen in der Nacht, am Ende werden wir wegen Hochwasser evakuiert. Aber, um das hier in aller Deutlichkeit zu sagen: Nicht das holländische Erdman-Schmidt-Baumwoll-Zelt kapituliert, es hält tapfer die Stellung, der Campingplatzbesitzer zieht die Reißleine. 

Pimp my Caravan

Das Chateau bekommt ein neues Bad, der Weg dorthin ist ein mühsamer. Statt der nie genutzten Nasszelle und dem Klo soll Stauraum geschaffen werden. Erstes Handicap: der Ausbau der Plastikverschalung. Nach dem vergeblichen Versuch, auf Foren eine Antwort auf die Frage zu bekommen, wie man das Teil einigermaßen komplett aus dem Raum löst, hilft am Ende nur Gewalt. Schrauben lösen, zerren, ziehen, sich von unten nach oben arbeiten, schließlich gibt das von Licht und Zeit vergilbte Teil nach. Next life: Schrottplatz. 

Dann: alte Tapete ab, spachteln und mithilfe der Schwester neue Tapete ran. Da es am auserwählten Tag wie aus Badewannen gießt, wird der Tapeziertisch im Wohnwagen aufgebaut, Bewegung kaum möglich, am Ende brauchen wir statt der fürs Tapezieren geplanten drei Stunden mehr als einen ganzen Tag, die Stimmung zwischendurch so mies wie das Wetter. Schließlich aber wird dann doch noch alles gut, peu a peu entsteht ein neuer Raum, auch wenn längst noch nicht alles getan ist. Die nächsten Wege führen jetzt zum Tischler. 

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